Montag, 6. März 2017

Bilingualismus

Hier ist ein Link zum Eintrag Bilingualismus in der deutschsprachigen Wikipedia. Besonders die drei folgenden Unterkapitel sind interessant, weil sie sich teilweise widersprechen:

- Zweisprachigkeit und Intelligenz
- Spracherwerbsdefizite und schulische Leistungen
- Bilingualer Unterricht

Bitte schickt mir einen Text, in dem ihr die Ergebnisse zusammenfasst, gegenüber stellt und dann eure eigene Meinung zum Bilingualismus in Galicien darstellt und begründet.

Hier einige Textauszüge:

"In den 1950er-Jahren und bis in die 1970er-Jahre hinein behaupteten manche Forscher, die Zweisprachigkeit führe zu einer unterentwickelten Intelligenz.[1] Solche Studien werden heute als mangelhaft angesehen: es wurden Immigrantenkinder aus den unteren sozialen Schichten im Vergleich mit Einsprachigen aus der Mittelschicht untersucht; die Untersuchungen wurden oft nur in der L2 durchgeführt. Lambert und Peal zeigten 1962 erstmals, dass zweisprachige Kinder bei sprachlichen und nichtsprachlichen Intelligenztests höher abschnitten als Einsprachige.[2] [...] Die heutige Forschung zeigt, dass „eher leichte kognitive Gewinne, namentlich im Bereich des bewussten Umgangs mit Sprache, zu verzeichnen sind“. Ein Artikel von E. Bialystok an der Universität von York[3] zeigte außerdem, dass die kognitiven Fähigkeiten zweisprachiger Menschen im hohen Alter nicht so schnell nachlassen wie bei Einsprachigen."

"Eine Studie an der Universität Lausanne (Intégration scolaire des enfants migrants2000) hat gezeigt, dass Kinder, die in die Schweiz immigrieren, weniger Erfolg im Unterricht haben als muttersprachliche Kinder. Außer sozialen Fragen wurden auch mangelnde Sprachkenntnisse als Grund genannt. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass vier Faktoren eine Rolle spielen: Wird die andere Sprache als unbedeutend angesehen, kommt das Kind aus einer niedrigeren sozialen Schicht, ist es über 10–12 Jahre alt und wird die Muttersprache des Kindes von den Lehrern vernachlässigt, so kann dies zu verzögertem Lernen führen. Die Studie rät deshalb dazu, die erste Sprache und die Integration der Kultur der Immigrantenkinder zu fördern; Lehrer sollen sich vergegenwärtigen, wie schwierig es für Kinder ist, eine neue Sprache zu lernen, und deshalb sensibler reagieren. [...] In Ländern wie den USA werden die Probleme von Immigranten- oder zweisprachig aufgewachsenen Kindern unter dem Begriff Limited English Proficiency zusammengefasst. Pädagogische Sondermaßnahmen konzentrieren sich hier nicht auf die Förderung beider Sprachen und somit die Sprachkompetenz des Kindes. Die Bemühungen konzentrieren sich ausschließlich auf die Beherrschung der Landessprache."

"Eine Untersuchung über zweisprachig deutsch-französischen Unterricht im schweizerischen Kanton Wallis (von derUniversität Neuchâtel) hat gezeigt, dass Kinder, die von klein auf Unterricht in zwei Sprachen erhalten, nicht nur die L2 schneller erlernen; sie entwickeln auch ihre „allgemeinen sprachlichen Kompetenzen“. Eine Verschlechterung der L1 wurde nicht festgestellt. (Groupe de recherche sur l’enseignement bilingue, 1994). Cummins [1981; 1984] hat dieses Phänomen mit der Developmental Interdependence Hypothesis erklärt, die besagt, dass mit dem Erlernen der ersten Sprache die kognitiven Ressourcen zum Erlernen der Zweitsprache entwickelt werden."

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